Arbeitszeiten für „Fensterputzer“ bleiben unverändert!

16. August 2010 0 By admin

Seit 01. Januar 2010 gilt der neue Tarifvertrag für alle „Fensterputzer“ im Bundesgebiet. Die darin festgelegten Mindestlöhne wurden um 4,9% beziehungsweise um 6,3% erhöht.

Unverändert dagegen bleiben die Arbeitszeiten für „Fensterputzer“. Gemäß §3 der Rahmentarifvereinbarungen zwischen dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks und der Industriegewerkschaft Bauen, Agrar und Umwelt vom 04. Oktober 2003 beträgt die Regelarbeitszeit 39 Stunden/Woche. Dies entspricht dem bundesdeutschen Durchschnitt. Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt wies jedoch in einem Urteil darauf hin, dass kein Arbeitnehmer einen Anspruch darauf hat. Dies gilt natürlich auch für Gebäudereiniger. Eine abweichende Regelung allerdings muss vom Betriebsrat abgesegnet werden.

Mehrarbeit bei „Fensterputzern“ wird gut bezahlt

Sollte Mehrarbeit anfallen, kann diese durch eine entsprechende Arbeitszeitverkürzung innerhalb des Kalendermonats ausgeglichen werden. In diesem Fall muss der Arbeitgeber keinen zusätzlichen Mehrarbeitszuschlag an seine „Fensterputzer“ zahlen. Andernfalls gelten die im Tarifvertrag festgelegten Vereinbarungen:

  • für Mehrarbeit: 25 v.H.
  • für Nachtarbeit während der regelmäßigen Arbeitszeit: 25 v.H.
  • für Nachtarbeit über die regelmäßige Arbeitszeit hinaus: 100 v.H.
  • für Arbeit an Sonntagen sowie an gesetzlichen Feiertagen, sofern diese auf Sonntag fallen: 100 v.H.
  • für Arbeiten an Pfingstsonntag, Neujahr, Ostersonntag, 1. Mai und an den Weihnachtsfeiertagen, auch wenn diese auf den Sonntag fallen: 200 v.H.
  • für Arbeiten an einem anderen Feiertag, sofern dieser nicht auf Sonntag fällt: 150 v.H.

Die Mehrarbeitszuschläge sind vom tariflich vereinbarten Stundenlohn der „Fensterputzer“ zu berechnen. Sollten mehrere Zuschläge gleichzeitig zutreffen, wird jeweils nur der höchste berechnet.

Arbeitsfreistellung für Fensterputzer wie gehabt

Arbeitgeber im Reinigungsgewerbe sind verpflichtet, ihre Angestellten bei Sonderfällen unter Lohnfortzahlungen freizustellen. Hierbei handelt es sich in der Regel um Freistellungen zwischen 1 und 3 Tagen. „Fensterputzer“ werden für die folgenden Zwischenfälle freigestellt:

  • Tod eines Ehegatten/einer Ehefrau 3 Tage
  • Tod eines direkten Familienangehörigen 2 Tage
  • aus Anlass der eigenen Eheschließung 2 Tage
  • aus Anlass der Entbindung 1 Tag
  • bei 25 jähriger Betriebszugehörigkeit 1 Tag
  • bei schwerer Erkrankung des Ehegatten/des Kindes 1 Tag
  • bei Wohnungswechsel 1 Tag
  • am Tage der eigenen Silberhochzeit 1 Tag